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Gaarden von Anfang an
bis zum 2. Weltkrieg
Zum ersten Mal dokumentarisch erwähnt wird Gaarden im 12 Jahrhundert.
Das heutige Gaarden ist entstanden aus den beiden Dörfern Hemminghestorpe und Wulvesbrooke.
Der Name "Gaarden" ergab sich, da ein großes Gebiet beider Dörfer einst als
Garten verpachtet war. Der Mühlenbach bildete damals die natürliche Grenze zwischen diesen beiden Dörfern. Mühlenbach deshalb,
da hier damals wirklich eine Mühle stand, die dem Kloster Preetz gehörte. Wegen den Eigentumsverhältnissen
entstanden dann später auch "Klösterlich" und "Fürstlich" Gaarden.
In der Gegend der heutigen Lübecker Chaussee standen die Höfe des "fürstlichen" Gaardens,
das Zentrum des "klösterlichen" Gaardens befanden sich dort, wo heute HDW liegt.
Noch in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts war Gaarden dörflich geprägt. Das änderte
sich, als Kiel 1871 zum Reichskriegshafen ernannt wurde und am Ostufer der Kieler Förde
in Gaarden und Dietrichsdorf drei Großwerften entstanden: Die Firma Howaldt, die Kaiserliche
Werftund die 1865 gegründete "Norddeutsche Schiffbau AG". Bis zum Ersten Weltkrieg lebte und
wuchs
der
Stadtteil
vor
allem
durch
die enorme Aufrüstung der kaiserlichen Kriegsmarine. Schnell entstanden
neue Straßenzüge mit großen Mietshäusern für die Arbeiter, mit Einzelhandelsgeschäften,
Gaststätten, Werkstätten und Betrieben zur Versorgung der wachsenden Bevölkerung. So waren
es 1871 noch 2715 Einwohner waren es im Jahr 1910 schon
über 30000 Einwohner.
Das neue Gaarden war ein moderner Großstadtteil geworden, der teilweise über vorbildliche
Wohlfahrtseinrichtungen verfügte. Im Wohnungsbau
gab es musterhafte Beispiele, so die 1901 errichtete Arbeiterkolonie der Germaniawerft. Die aufstrebende
Entwicklung fand, wie überall im Deutschen Reich, mit dem Beginn des Ersten Weltkrieges ein Ende.
In den 1920er Jahren litten Gaarden und seine Bevölkerung schwer unter der Umstrukturierung
der Werftindustrie und den wirtschaftlichen Krisen.
Eine Blüte und ein Aufschwung wie im letzten Jahrzehnt des alten Jahrhunderts kamen
nicht wieder.
Im zweiten
Weltkrieg wurde Gaarden durch die Bombenangriffe schwer verwüstet.
Eines der Hauptziele der Allierten waren natürlich die Werftanlagen. Es wurden aber auch viele Wohnhäuser
Opfer des Bombenhagels.
Die Geschichte des Vinetaplatzes
Der Name „Vinetaplatz“, nach dem Kreuzer „Vineta“, dessen Name wiederum
auf die einer Sage zufolge vor der Odermündung in der Ostsee versunkene Handelsstadt
Vineta zurückgeht, wurde als Gemeinderatsbeschluss am 28. Januar
1903 in der „ Kieler Zeitung“ veröffentlicht. Die
Form des Vinetaplatzes war bereits durch Fluchtlinien vor 1900 festgelegt worden und
galt dann nach dem Willen der neuen Stadtväter als das "neue Herz" Gaardens. Vor 1900
war das "Herz" Gaardens in der Schulstraße angesiedelt.
Wie bei vielen anderen Plätzen und Straßen geschehen, ereilte auch den Vinetaplatz die
Propagandamaschinerie der Nationalsozialisten. Laut einem Plan aus den Jahren 1940/41,
sollte der Vinetaplatz zum Aufmarschplatz für das „Dritte
Reich“ werden. Goebbels
beabsichtigte die schon schiefen Häuser an der Elisabethstraße abzureißen, den
Vinetaplatz bis zur Schulstraße zu erweitern und eine Fläche für bis zu 20000 Menschen
erbauen zu lassen. Aus diesen Großmachtsplänen ist allerdings nichts geworden.
Während des 2. Weltkrieges fast völlig zerstört brauchte es eine sehr lange Zeit,
bis der Vinetaplatz wieder völlig neu gestaltet und aufgebaut wurde. So sollte dieser dann als
Markt, Treffpunkt und Veranstaltungsplatz von Gaarden gelten. Erst am 28. November
1986 nahmen ihn
die
Gaardener im Rahmen eines von ihnen gestalteten Festes nach einer sehr langen Planungs-
und Bauphase wieder in Besitz.
Gaarden in der Neuzeit
bis heute
Seit Mai 2000 wird Gaarden als eines von deutschlandweit 331 "Soziale-Stadt-Gebieten" gefördert.
Gaarden ist ein Stadtteil mit gewachsenen Strukturen. Seine Geschichte ist eng mit der Geschichte
der Kieler Werftindustrie verzahnt. Die starke Abhängigkeit von der Werftindustrie hat diesen
Stadtteil nicht nur wirtschaftlich, sondern auch in den sozialen Beziehungen, Qualifikationen und
in der kulturellen Zusammensetzung der Bevölkerung geprägt.
Die negative Entwicklung der Werftindustrie hat demzufolge besonders für Gaarden
tiefgreifende Folgen:
Gaarden, besonders Gaarden-Ost, gilt nach wie vor als ein sozialer
Brennpunkt. Der Anteil an Arbeitslosen und Menschen mit niedrigem Einkommen ist dort
sehr hoch. Die Arbeitslosigkeit beträgt etwa 30%.
Auch ist der Ausländeranteil in Gaarden überdurchschnittlich hoch; dies spiegelt sich insbesondere in den
dortigen Schulen wieder, mit einem sehr hohen Anteil an Kindern ausländischer Herkunft.
Im Vergleich zur gesamten Stadt Kiel sind hier doppelt so viele Menschen arbeitslos
und überdurchschnittlich viele Menschen leben von Sozialhilfe.
Das bedeutet für die Gaardenerinnen und Gaardener, dass sie sich viel stärker
als anderswo in Kiel mit den sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Veränderungen
in ihrem Stadtteil auseinandersetzen müssen.
Gaarden verfügt unter anderem über eine Schwimmhalle, das Freibad
Katzheide, das Veranstaltungszentrum
Räucherei, und eine Stadtteilbibliothek. Außerdem
befindet sich in Gaarden eine Moschee. Die Elisabethstraße und der
Vinetaplatz sind durch zahlreichen Geschäfte geprägt. Das Einkaufszentrum
in Gaarden gehört unter den Einkaufsmöglichkeiten anderer Stadtteile zu den größten
und kulturell vielseitigsten.
Zur Erholung läd der riesige Volkspark Gaarden ein. Der als drittschönster
Park Deutschlands gewählte Volkspaark Gaarden zeichnet
sich durch sein flexibles Freizeitangebot für Jung und Alt und sein jahrhundertlanges
Bestehen aus.
Quellenangaben:
http://www.geschichtswerkstatt-gaarden.de
http://www.kiel.de
http://www.ostufer.info
http://members.aol.com/spdgaarden/historisch.html
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